Der Dritte

Heute überfordere ich euch ein wenig mit Sprachwissen 
Denn mich irritiert schon seit längerem, dass in den Medien und, wie mich dünkt, besonders in der juristischen Sprache häufig vom „Dritten“ die Rede ist, wenn in Wirklichkeit der „Zweite“ bzw. der „Andere“ gemeint ist.

der dritte

Wort der Woche: Knabenmorgenblütenträume

Aus Goethes berühmtem „Prometheus“-Gedicht. Um um den Bogen an unnützem Wissen für heute zu überspannen, sei noch hinzugefügt: Das Wort „Knabenmorgenblütenträume“ ist ein sogenanntes Hapaxlegomenon – ein Wort, das in einem dichterischen Gesamtwerk nur ein einziges Mal vorkommt.

knabenmorgenblütenträume

launisch vs. launig

Verstehe einer mal diese Sprache …

(Übrigens wird das Adjektiv „launig“ selten auf Menschen bezogen, sondern häufig auf Erzeugnisse der Kunst und der Kulturindustrie; „eine launige Liebeskomödie“ etc. pp.)

launig

Wort der Woche: Leipogramm

Der französische Schriftsteller Georges Perec hat es fertiggebracht, ein über 250-seitiges Leipogramm zu verfassen, nämlich den Roman „La Disparition“, in welchem der Buchstabe „e“ kein einziges Mal vorkommt.

Und als wäre das noch nicht genug – es ist auch tatsächlich einer auf die Idee gekommen, das Ganze ins Deutsche zu übersetzen. Wer sich von der virtuosen Gestelztheit dieses Unterfangens ein Bild machen möchte, werfe auf Amazon einen Blick in das Buch „Anton Voyls Fortgang“.

PS: Der Gattungsbegriff für einen solchen Roman lautet „potenzielle Literatur“.

leipogramm